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Weihnachten, unsere erste Reise und vieles mehr...

Autor: Lara | Datum: 03 Februar 2015, 19:51 | 0 Kommentare

Nach langer Zeit komme ich auch mal wieder dazu, einen Blogeintrag zu verfassen..
In meinem letzten Eintrag hab ich ja schon geschrieben, wie ich die Weihnachtszeit hier generell so erlebt habe und nun möchte ich ganz kurz noch erzählen, wie das Weihnachtsfest bei uns gefeiert wurde :) (Wer ausführlicher Bescheid wissen möchte, kann gerne bei der Anna auf der Seite mal vorbei schauen, sie hat einen ganzen Eintrag darüber geschrieben ;))

2 Tage vor Weihnachten haben Anna und ich uns auf das Gelände des Straßenkinderprojekt begeben, was viele schöne Palmen und Bäume besitzt, von denen man prima ein paar Äste und Zweige abschneiden kann. Denn für unseren Weihnachtsbaum hatten wir uns überlegt, aus verschiedenen Ästen eine Art "Weihnachtsbusch" zusammen zu basteln.
Einige der Kinder, die bei dem Projekt mit machen, sind uns sofort hinterher gelaufen und haben uns geholfen die Zweige und Äste abzuhacken, Sand und Steine zu sammeln und das alles auch wieder zu einem Taxi zu bringen.
Der Taxifahrer hat etwas komisch geguckt, als wir Palmenwedel und den Rest in seinen Kofferaum packen wollten, aber er hat alles schön brav mitgenommen ;) 
In unserem Wintergarten haben wir den Weihnachtsbusch dann aufgestellt. 

An Heilig Abend haben wir den Busch zusammen mit Rike und Isi, den 2 Freiwilligen vom Roten Kreuz geschmückt, nur leider waren einige Äste vertrocknet, so dass ich mit unserem Cutlass bewaffnet ( so etwas wie eine Machete ) hinter unserem Haus noch ein paar Äste abgehackt habe.Geschmückt mit roten Kugeln, Holzfigürchen und einer Lichterkette sah unser Weihnachtsbusch richtig schön aus! :)
Für unser Weihnachtsessen hatten wir uns extra teuren Käse aus Accra mitbringen lassen, den wir über unseren Nudelauflauf gestreut haben... So lecker!
Insgesamt waren wir 5 Deutsche, da noch eine weitere Freiwillige spontan gekommen ist, die Weihnachten sonst alleine gefeiert hätte.
Nach dem Essen wurden dann noch schön viele Weihnachtslieder gesungen und eine kleine Beschehrung gabs auch :)

Also unser Weihanchten war wirklich richtig schön!


Direkt am 2. Weihnachtstag gings dann schon los auf unsere erste große Reise. Wir sind zu 4. gefahren, weil spontan 2 andere Freiwillige noch mitkommen wollten. Es sollte die komlette Küste entlang gehen, bis nahe an die Grenze zur Elfenbein Küste.
Aber der Urlaub verlief doch ganz anders als geplant...

Los ging es von Ho direkt nach Winneba. Dort haben wir in einer der Unis geschlafen. Wir haben den schönen Strand genossen und viele leckere Kokosnüsse getrunken.Am coolsten war es immer, wenn die Kokosnussverkäufer erst noch auf die Palmen geklettert sind und die Kokosnüsse frisch von der Palme gepflückt haben.
Auch gab es am Strand sehr viele Fischer, die ihre Netze eingeholt haben, da musste man immer aufpassen, dass man nicht selbst in so ein Netz geschwommen ist. ;)
Als Anna und ich gerade aus dem Wasser kamen, wurde uns zugerufen, dass wir mal mit anpacken sollten. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so reihten wir uns in die lange Reihe aus Männern und Frauen, sowoh jung als auch alt, ein und halfen mit, das Netz an Land zu ziehen.

Ich muss ja zugeben, als Vegetarier war das wider meiner Einstellung, aber ich wollte das wenigstens einmal ausprobieren. Und ich muss sagen, es war super anstrengend! Meine Hände haben danach total geschmerzt und ich war völlig fertig. 
Als die Fische dann an Land waren wurde jedem, der mitgeholfen hat, sein Anteil gegeben. So verdienen sich viele Studenten hier ein bisschen Geld nebenbei.
Winneba war auf jeden Fall ein sehr interessanter Start in den Urlaub.


Dann ging es nach Cape Coast weiter. Wir sind direkt in den Kakum National Park gefahren und wurden von dem Taxifahrer, der uns dorthin gebracht hat, erstmal voll abgezockt. Nichts desto Trotz war der National Park ein richtig tolles Erlebnis.
In dem Park gibt es einen Weg, der in den Baumkronen verläuft. Man geht ihn über Hängebrücken, die bis zu 40 Meter in der Luft schweben. Das war wirklich total cool! Leider haben wir keine Tiere gesehen, was aber bei dem Lärm, den manche Besucher gemacht haben durchaus verständlich ist...
Danach haben wir dann noch eine Waldtour gemacht, bei der uns unterschiedliche Baumarten und deren Nutzungen gezeigt wurden. Ich erinner mich nicht mehr an alle, aber da gab es zum Beispiel einen Gummibaum, aus dessen Harz Gummi hergestellt wird, es gab einen Baum, aus dem Kanus und Trommeln hergestellt werden und einen Baum, der total hohl klingt, wenn man mit einem Stein dagegen schlägt und der früher für Botschaften durch den ganzen Regenwald genutzt wurde, da man ihn überall hört.
Eine total schöne interessante Führung, die ich jedem empfehlen kann, der mal in Ghana sein sollte!
 
Nach dem National Park ging es direkt weiter in ein kleines Dorf auf der anderen Seite des Parkes namens Mesomagor. Von dort wollten wir ungefähr 2 Stunden in den Regenwald laufen um dann mitten im Wald eine Nacht in einem Baumhaus zu verbringen.
Auf dem Weg dorthin trafen wir noch auf eine Gruppe von 5 deutschen Freiwilligen, die sich die selbe Übernachtung ausgesucht hatten. Mit 2 Ranger, die in der Nacht auf uns aufpassen sollten sind wir dann in einem ziemlich zügigen Tempo losgestapft, da es in einer Stunde schon dunkel werden sollte.
Der Weg durch den Busch war wirklich sehr abwechslungsreich. Mal mussten wir bückend durch irgendwelches Gestrüpp kriechen, auf umgefallen Baumstämmen balancieren, durch Matsche laufen und immer wieder den herunterhängenden Lianen ausweichen.
Als wir dann endlich angekommen waren und die lange Leiter hochgeklettert waren, erwartete uns...

... nichts.

Wir standen auf einer runden Platform um einen Baum rum, Durchmesser bisschen mehr als 2 Meter, die von einem Zaun umrundet wurde, damit man nicht runter fällt und dann noch ein Dach. Verglichen mit den Baumhäusern, die wir bei der Führung durch den National Park gesehen hatten, die riesen groß, mit Matratzen, Moskitonetzen und mit Waschbecken ausgestattet waren, war dieses "Baumhaus" doch eine bittere Enttäuschung.
Zu neunt haben wir uns dann irgendwie dahin gequetscht, obwohl eigentlich nur 8 Leute dadrauf durften.
Wir hatten von den Rangern 3 dünne Schilfmatten bekommen, auf die wir uns zu 2. gequetscht haben.
Die Temperatur fiel ziemlich schnell runter und ich war froh, dass ich eine lange Hose an hatte und mir eine Decke mitgenommen hatte. Es wurde richtig richtig kalt und der Holzboden war so hart, dass ich knapp 2 Stunden schlafen konnte.. mehr nicht :D
Den andern ging es genau so, also haben wir uns zusammengekuschelt und die ganze Nacht uns was erzählt. So wurden die 5 anderen Freiwillige ganz schnell gute Freunde.
Obwohl es eine wirklich unbequeme, anstrengende Nacht war, war sie doch total witzig und auch echt interessant, die ganzen Tiergeräusche im Regenwald hören zu können.

Die nächsten Tage wollten wir dann in Cape Coast verbringen, um uns das Cape Coast Castle und das Elmina Castle einen Ort weiter anzuschauen, beides Sklavenburgen, von denen die versklavten Ghanaer früher nach Europa und Amerika geschifft wurden.Es waren wirklich sehr interessante Führungen, die mir einen dicken Klos im Hals verursacht haben, als ich durch die winzigen, dunklen Kerker gelaufen bin, in denen damals jeweils über 200 Sklaven eingesperrt waren.

Ziemlich schnell stand dann auch schon Silvester vor der Tür.
Anna und ich hatten die Chance, einmal typisch ghanaisch Silvester zu feiern. Wir wurden von der E.P. Church in Cape Coast herzlich eingeladen, mit ihnen die Nacht zu verbringen.
Ich muss echt sagen, es war etwas vollkommen anderes, was ich bisher an Silvester erlebt habe. Wir saßen insgesamt knapp 6 Stunden im Gottesdienst. Als es auf den Jahreswechsel zuging, wurde das Licht gelöscht und die Kirche lag im Dunklen. Nur von draußen schien ein bisschen Licht hinein. 
In der Kirche herrschte leises Gemurmel, da man aufgefordert worden war, für das neue Jahr zu beten. Dann plötzlich ging das Licht wieder an, alle jubelten und klatschten in die Hände und die Band fing an zu spielen. Die komplette Kirche sang und tanzte durch die Kirche. Anna und ich natürlich mitten drin, wünschte man so ziemlich jedem ein frohes neues Jahr.
Dieses Erlebnis war wirklich einmalig. Ich bin echt froh, dass ich das erleben durfte. Gegen 3 Uhr war der Gottesdienst dann nach einer Neujahrspredigt zu Ende.
Danach wurden wir noch vom Pastor zum Tee eingeladen, von dem wir uns aber doch recht schnell verabschiedeten, da es der Anna nicht so gut ging..

Im Hostel hat sie dann Fieber gemessen und tadaaaaaa, sie hatte welches.
Also fuhren wir den nächsten Tag ins Krankenhaus um sie durchchecken zu lassen. Wir verbrachten den ganzen Tag da mit sehr undeutlichen Angaben, was ihr denn jetzt genau fehlt und was sie dagegen machen soll. Bis schließlich gesagt wurde, dass sie über Nacht im Krankenhaus bleiben muss.
Nach 3 Tagen durfte die Anna wieder raus, unsere Reise mussten wir dann aber leider abbrechen.. 
Auf unserem Rückweg nach Ho haben wir aber noch einen kleinen Zwischenstopp kurz vor Accra in Senya Beraku gemacht. Dort haben wir in einem alten Fort geschlafen, das zu einem Hostel umgebaut worden war. Diese letzte Übernachtung in einer Burg mit Blick aufs Meer war wirklich ein krönender Abschluss. :)


Auch wenn unsere Reise ein sehr aprupptes Ende gefunden hat, war das, was wir gesehen und erlebt haben wirklich super! Die Reise an der Küste war echt richtig schön. Und natürlich werden wir unsere Reise irgendwann nochmal zu Ende machen :)

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